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Eslterwerder noch Sorgen und Nuthetal

Manche Witze erklären sich wie von selbst. Und manche erklären sich nie, daher sind wohl „Rammstein“ nach wie vor so beliebt. Ich hätte hier auch jede andere Band nennen können, aber Witze über „Tokio Hotel“ sind ja nun heutzutage auch nur Verkennungen dritten Grades geschuldet. Aber so etwas vertraut man ja nur seinem besten Freund an...und alle anderen dürfen mitlesen. Ich liebe Blogs, ehrlich!
Aber eigentlich wollte ich ja von meinen Erlebnissen auf den „Haltestelle Woodstock“, dem größten „Umsonst & draußen“-Festival Europas in Polen berichten. Aber da eigentlich alle meine lieben Wegleser ohnehin mit mir dort waren, wäre es wohl nur Zeitverschwendung. Oder bestehst du auf einem ausführlichen Report, Mareike? Jedenfalls habe ich gelernt, dass Kernseife doof ist, dabei bin ich jetzt erst wieder darauf umgestiegen, denn ich finde sie anheimelnder. Und ich denke dass die Tatsache, dass es dieses Wort überhaupt gibt, mir schon recht gibt. Oder? Jedenfalls fand eigentlich keines meiner Vorurteile gegenüber den Polen Bestätigung. Die können gar nicht alle deutsch. Frechheit! Die sind gar nicht so versoffen wie sie es sein müssten. Aber ob das dort alles wirklich Polen waren, kann ich erst sagen, nachdem die Köpfe meiner Gastgeber beim nächsten mal vermessen habe. Ich habe sogar was von der Sprache gelernt. „Strong polish wine“ z.B. muss soviel heißen wie “Dem Opa sein Selbstgebrannter”. Allerdings führt das Zeug statt der erwarteten sofortigen Erblindung „nur“ zu extremer Leutseligkeit und einer ebenso gelösten wie schweren Zunge. Da ich bisher nur das „Force Attack“ als Referenz für ein größeres Festival angeben kann, muss ich sagen dass es auf dem „Woodstock“ definitiv friedlicher zuging. Dort hat niemand einen Hasen mit bloßen Händen gefangen und dann getötet (das dumme Arschloch!), noch seinen halben Hausstand dem Salamander geopfert. Na ja, etwas in der Art quittiert der Chaospunker zu den Klängen von „ACK“ wohl auch nur mit einem überheblichen Achselkraulen. Weder Lager- noch Kreuzfeuer wurden gesichtet, im Gegenzug aber eine monumentale Plasteflaschenschlacht. Na, wenn das mal nichts ist. Dann ist das nichts. Dafür weiß ich nun dass ich mit „Jörg“ zusammen bin und dass das Benutzen von Seife auf einem Festival zu der Annahme führen kann dass man bisexuell sei. Allerdings nimmt aber scheinbar keiner meine Bemühungen ernst einen Fußfetisch zu fingieren, daher lasse ich das jetzt wohl auch. Mit fehlt wohl die Passion beim Massieren, Lecken, Waschen (von Füßen!!!) als dass mir das jemand wirklich abnehmen könnte. Schade eigentlich, dabei wollte ich mich ja nur mal in die Gefühlswelt meiner Kunden versetzen. Weiterhin stellt sich mir immer noch die Frage wieso nur so schlaue Tiere wie Eisbären bisher das arktische Schlaraffenland entdeckt haben. Allerdings wäre es damit sicher auch schnell vorbei, wenn sich alle Tiere dort das Futter in die Arme fallen lassen würden.
Und alles was dir bleibt, ist die Verlogenheit.
Dank Safi blieb es „Jörg“ (der Urheber dieses freudschen Versprechers ist übrigens Anja, der freudsche Verbrecher) und mir aber erspart in einem Ramschzelt zu schlafen, das meine Süße auf dem Wohnzimmertisch gefunden hatte. Das Schleppen hätte sie sich dennoch nicht sparen können. Ich gebe mich auch gern der Illusion hin, dass Annika nun mehr auf ihre Wortwahl achtet, denn wer so laut redet, der muss es sich schon gefallen lassen, dass man auf die Frage „Kann ich nen Keks“ die Schulter zuckt und die Ohren wackelt. Ich denke mehr Höflichkeit würde vielen Rücken besser zu Gesicht stehen. Oder irre ich da?

2 Kommentare 1.8.06 20:42, kommentieren

Krieg am Klingelschild

Was bilden sich meine Eltern eigentlich ein, einfach meine Wohnung zu überfallen und sich hier breit zu machen? Habt ihr kein zuhause? Und schon fühle ich mich in meiner Bewegungsfreiheit wieder dermaßen eingeschränkt, dass ich versuche mich unsichtbar zu machen und erst heim zu kommen, wenn die Lieben im Bettchen sind. Allerdings stehen die ja auch früh wieder auf. Und in diesem Moment bereute es die Ferrari-Flagge der versoffenen Brut, die sich trotz Raumknappheit in der Wohnung unter meiner eingenistet hat auch jemals gehisst worden zu sein. Die Zahnabdrücke des Pater Familia sind übrigens an jedem Verkehrsschild der Umgebung wiederzutreffen. Ich wette der platzt vor Wut. Urplätzlich sozusagen. Außerdem habe ich heute einen Typen gesehen, der früher Nazi war und jetzt wohl so was wie ein Gothic sein möchte. Da ist es wohl aus mit dem Lebens(t)raum, was? Ich habe vergessen, was ich sagen wollte, denn meine Stimmung hat sich ob des Erfolgs meiner Entflaggungsaktion deutlich gebessert.

Übrigens wird der Leichnam von James Doohan in diesem Oktober seinen letzten Willen erfüllt bekommen und seine Asche startet ins All. Wer allerdings weiß wie massig „Scotty“ war, der wird sich bald fragen, wer da wen umkreist.

Aber vielleicht noch ein ernstes Wort: ich frage mich wirklich, ob sich die selbstgerechten Apologeten der Hisbollah von ihrem Kampf gegen den israelischen „Terror-Krieg“ („Linksruck“) dadurch abbringen lassen, dass sich die 40 Toten, die der libanesische Regierungschef unter Tränen aus den Fingern sog und die sich als ein Toter entpuppten. Kann man Tote gegen einander abwiegen? Nein, jeder ist einer zu viel, was soll also die Wortklauberei?

Sorry Floh, musste sein, aber den Rest des Tages habe ich natürlich ob deines Ehrentages in andächtiger Meditation verbracht.

7.8.06 21:04, kommentieren